EED und EPBD – die neuen EU-Vorgaben, die die Immobilienbranche verändern

Von Energiezielen zu konkreten Anforderungen an Gebäude

Die EU hat ehrgeizige Klimaziele festgelegt, um den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen zu senken. Zwei der wichtigsten Regelwerke, die Immobilieneigentümer, Wohnungsunternehmen und Energiemanager betreffen, sind die EED (Energy Efficiency Directive) und die EPBD (Energy Performance of Buildings Directive).

Beide Richtlinien zielen darauf ab, energieeffizientere Gebäude zu schaffen, konzentrieren sich jedoch auf unterschiedliche Bereiche. Zusammen bedeuten sie erhöhte Anforderungen an Messung, Datenerfassung, Energieeffizienz und Überwachung.

Für Immobilieneigentümer bedeutet dies, dass der Zugang zu korrekten Energiedaten ein immer wichtigerer Bestandteil der täglichen Verwaltung wird.

Was ist die EED?

Die EED, Energy Efficiency Directive, ist die EU-Energieeffizienzrichtlinie. Ziel ist es, den Energieverbrauch in der gesamten Union zu senken und Energieverbrauchern bessere Möglichkeiten zu geben, ihren Verbrauch zu verstehen und zu beeinflussen.

Für Mehrfamilienhäuser mit zentraler Heizung oder zentraler Kühlung stellt die EED unter anderem folgende Anforderungen:

  • Individuelle Verbrauchserfassung, wenn dies technisch machbar und wirtschaftlich vertretbar ist.
  • Regelmäßige Informationen über den Energieverbrauch für die Bewohner.
  • Möglichkeit für Nutzer, ihren eigenen Energieverbrauch zu verfolgen.
  • Häufigere Erfassung von Messdaten aus Energiezählern.

Der Hintergrund ist einfach: Wenn Menschen Einblick in ihren Energieverbrauch erhalten, sinkt der Verbrauch in der Regel. Studien zeigen, dass individuelle Messung und Rückmeldung oft zu Energieeinsparungen von 10 bis 20 Prozent führen.

Was ist die EPBD?

Die EPBD, Energy Performance of Buildings Directive, ist die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden.

Die überarbeitete Richtlinie sieht vor, dass Gebäude deutlich energieeffizienter werden und zum EU-Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050 beitragen.

Der Fokus liegt unter anderem auf:

  • Sanierung von Gebäuden mit geringer Energieeffizienz.
  • Reduzierung des Energieverbrauchs in Bestandsgebäuden.
  • Erhöhte Digitalisierung und intelligente Steuerung.
  • Vorbereitung auf intelligente Energiesysteme und Flexibilität im Stromnetz.
  • Integration erneuerbarer Energien und Ladeinfrastruktur.

Die EPBD hebt insbesondere die Bedeutung intelligenter Gebäude hervor, in denen Energiesysteme, Sensoren und Steuerungsfunktionen zusammenwirken, um den Energieverbrauch zu optimieren.

Gemeinsamer Nenner: Zugang zu den richtigen Energiedaten

Obwohl EED und EPBD unterschiedliche Schwerpunkte haben, gibt es einen klaren gemeinsamen Nenner: den Zugang zu zuverlässigen Energiedaten.

Man kann nicht energieeffizient gestalten, was man nicht messen kann.

Um den heutigen und zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden, müssen Immobilieneigentümer Daten beispielsweise von folgenden Quellen erfassen können:

  • Stromzähler
  • Wasserzähler
  • Wärmezähler
  • Kältezähler
  • Temperatursensoren
  • CO₂-Sensoren
  • Gebäudeautomationssysteme

Daten müssen zudem für die Überwachung, Analyse und Integration mit übergeordneten Systemen für Energiemanagement, Gebäudeautomation und individuelle Verbrauchserfassung und -abrechnung (IMD) verfügbar sein.

Digitalisierung wird zum Schlüssel für Energieeffizienz

Eine wichtige Änderung sowohl in der EED als auch in der EPBD ist die Verlagerung des Fokus von reinen Energieeinsparungen hin zu einem datengesteuerten Energiemanagement.

Gebäudeeigentümer müssen zunehmend in der Lage sein:

  • Energieverbrauch in Echtzeit zu überwachen.
  • Abweichungen und Energieverschwendung zu erkennen.
  • Heizungs- und Lüftungssysteme zu optimieren.
  • Energieberichterstattung zu automatisieren.
  • Energieausweise und Nachhaltigkeitsberichterstattung zu erleichtern.

Um dies zu erreichen, sind offene Systeme erforderlich, die es ermöglichen, Daten zwischen verschiedenen Plattformen und Anbietern zu erfassen und auszutauschen.

Wie können sich Gebäudeeigentümer vorbereiten?

Viele Gebäude verfügen bereits über installierte Zähler, doch die Herausforderung besteht oft darin, Daten effizient zu erfassen und zugänglich zu machen.

Durch Investitionen in offene Erfassungsplattformen und standardisierte Kommunikationsprotokolle wie M-Bus, Wireless M-Bus, Modbus und OMS wird eine zukunftssichere Grundlage geschaffen, die an neue Vorschriften und betriebliche Anforderungen angepasst werden kann.

Dies bietet auch die Freiheit, verschiedene Systeme zu integrieren, ohne von einem einzelnen Anbieter abhängig zu sein.

Wichtige Meilensteine in der EED und EPBD

Die EU-Energie- und Klimagesetzgebung enthält mehrere konkrete Ziele, die Gebäudeeigentümer kennen sollten.

EED – Energieeffizienzrichtlinie

Die EED ist Teil des EU-Klimapakets „Fit for 55“ und soll dazu beitragen, den Energieverbrauch der Union zu senken. Die Richtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, den Endenergieverbrauch bis 2030 gemeinsam um rund 11,7 Prozent zu senken, im Vergleich zu den zuvor für dasselbe Jahr erstellten Prognosen.

Für Gebäudeeigentümer bedeutet dies erhöhte Anforderungen an die Energieeffizienz, die Messung und die Überwachung des Energieverbrauchs.

EPBD – Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden

Die überarbeitete EPBD enthält mehrere wichtige Meilensteine:

  • 2028 sollen alle neuen öffentlichen Gebäude sogenannte Null-Emissions-Gebäude (Zero Emission Buildings) sein.
  • 2030 sollen alle neuen Gebäude in der EU Null-Emissions-Gebäude sein.
  • 2030 sollen Wohngebäude insgesamt ihren Primärenergieverbrauch um durchschnittlich mindestens 16 Prozent im Vergleich zu den heutigen Niveaus senken.
  • 2035 soll die entsprechende Senkung mindestens 20–22 Prozent betragen.
  • 2050 ist das übergeordnete Ziel, dass der gesamte Gebäudebestand Europas klimaneutral sein soll.

Die Richtlinie stellt nicht die gleichen Anforderungen an jedes einzelne Gebäude, sondern die Mitgliedstaaten sollen nationale Pläne entwickeln, wie die am schlechtesten abschneidenden Gebäude schrittweise energieeffizienter gemacht werden sollen.

Was bedeutet das für Immobilieneigentümer?

Auch wenn viele der Ziele noch Jahre in der Zukunft liegen, muss die Arbeit bereits heute beginnen. Immobilieneigentümer, die eine gute Kontrolle über Energiedaten, Unterzähler, Temperaturen und technische Systeme haben, werden deutlich bessere Voraussetzungen haben, um zukünftige Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig ihre Energiekosten zu senken.

Zusammenfassung

EED und EPBD werden eine zentrale Rolle bei der Umstellung auf energieeffizientere Gebäude in Europa spielen.

Für Immobilieneigentümer geht es nicht mehr nur darum, energieeffiziente Ausrüstung zu installieren. Ebenso wichtig ist es, den Energieverbrauch strukturiert messen, verfolgen und analysieren zu können.

Der Immobilieneigentümer, der bereits heute eine moderne und offene Infrastruktur für Energiedaten aufbaut, erhält bessere Voraussetzungen, um zukünftige gesetzliche Anforderungen zu erfüllen, die Energiekosten zu senken und nachhaltigere Immobilien zu schaffen.

Prenumerera på vårt nyhetsbrev

Få våra senaste nyheter och artiklar direkt i din inkorg.

Thank you! Your submission has been received!
Oops! Something went wrong while submitting the form.
Möchten Sie mehr über unsere Lösungen im Bereich Smart Metering erfahren?
Demo buchen

EED und EPBD – die neuen EU-Vorgaben, die die Immobilienbranche verändern

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Erhalten Sie unsere neuesten Nachrichten und Artikel direkt in Ihren Posteingang.

Thank you! Your submission has been received!
Oops! Something went wrong while submitting the form.

Mer från MIVO bloggen