In vielen Mehrfamilienhäusern werden die Kosten für Strom, Wasser oder Heizung immer noch pauschal auf die Bewohner verteilt. Das bedeutet, dass jemand, der wenig verbraucht, genauso viel bezahlt wie jemand, der viel verbraucht. Mit der individuellen Messung und Abrechnung (IMD) wird die Verteilung gerechter, da der tatsächliche Verbrauch jeder Wohnung individuell gemessen und abgerechnet wird.
IMD hat sich zu einem immer häufiger genutzten Instrument für Immobilienbesitzer entwickelt, die den Energieverbrauch senken, das Kostenbewusstsein erhöhen und eine transparentere Abrechnung schaffen möchten.
IMD steht für Individuelle Messung und Abrechnung. Das Prinzip ist einfach: Jede Wohnung oder Gewerbeeinheit erhält eine eigene Messung von beispielsweise:
Die Messwerte werden automatisch erfasst und dienen anschließend als Grundlage für die Abrechnung. Die Bewohner zahlen somit für ihren tatsächlichen Verbrauch anstatt eines geschätzten Anteils an den Gesamtkosten der Immobilie.
Ein system für verbrauchsabhängige Abrechnung besteht üblicherweise aus vier Teilen:
Zuerst werden Unterzähler für die zu messenden Medien installiert. Dies können Stromzähler, Wasserzähler oder Wärmezähler sein, die in jeder Wohnung angebracht werden.
Die Zähler senden ihre Messwerte an ein Gateway oder eine Datenerfassungseinheit, beispielsweise über:
Die Datenerfassung erfolgt automatisch, ohne dass jemand die Zähler manuell ablesen muss.
Das Gateway leitet die Messwerte an ein System für Energiemanagement, Immobilienverwaltung oder Abrechnung weiter. Die Informationen können über offene Schnittstellen und standardisierte Kommunikationsprotokolle übertragen werden.
Die Messwerte dienen als Grundlage für die Rechnungsstellung oder Mietabrechnung. Jeder Bewohner zahlt für seinen eigenen Verbrauch, was eine klare Verbindung zwischen Verhalten und Kosten herstellt.
Wenn Bewohner ihren eigenen Verbrauch sehen, steigt das Bewusstsein für Energie- und Wasserverbrauch. Erfahrungen aus vielen Immobilien zeigen, dass der Verbrauch nach der Einführung von IMD oft sinkt.
Jeder Haushalt zahlt für das, was tatsächlich verbraucht wird. Das schafft eine gerechtere Kostenverteilung unter den Bewohnern.
Der Immobilieneigentümer erhält detaillierte Informationen über den Energieverbrauch im Gebäude und kann Abweichungen, Leckagen oder ineffiziente Installationen leichter identifizieren.
Die digitale Zählerdatenerfassung schafft eine Grundlage für zukünftige Energieoptimierung, Automatisierung und Integration mit anderen Gebäudesystemen.
IMD wird heute unter anderem in folgenden Immobilienarten eingesetzt:
Besonders bei Neubauten ist IMD heute ein gängiger Bestandteil der digitalen Infrastruktur von Immobilien.
Bei der Installation eines IMD-Systems ist es wichtig, langfristig zu denken. Viele ältere Lösungen basieren auf proprietären Systemen, bei denen der Immobilieneigentümer von einem bestimmten Anbieter abhängig wird.
Durch die Wahl offener Standards wie M-Bus, Wireless M-Bus und LoRA wird eine größere Flexibilität geschaffen. Der Immobilieneigentümer kann einfacher den Systemanbieter wechseln, neue Dienste integrieren und seine Immobilie weiterentwickeln, ohne die installierte Hardware austauschen zu müssen.
IMD ermöglicht die Messung und Abrechnung von Strom, Wasser und Wärme auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs. Das Ergebnis ist eine gerechtere Kostenverteilung, ein geringerer Ressourcenverbrauch und eine bessere Kontrolle über die Energiedaten der Immobilie.
Für Immobilieneigentümer ist IMD nicht nur ein Abrechnungsinstrument – es ist auch ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu energieeffizienteren und nachhaltigeren Immobilien.
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